7 schwere Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter

7 schwere Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter

7 schwere Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter

7 schwere Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter. Meiner Meinung nach haben die Bürgermeister die Hauptverantwortung für die Arbeitslosenzahlen in ihrer Stadt. Leider scheint dies aber vielen Verantwortlichen nicht klar zu sein. Sie denken, die Wirtschaftsförderung ist verantwortlich oder die Arbeitsagenturen und Jobcenter sind verantwortlich oder die Industrie und Handelskammern sind verantwortlich oder die Gewerkschaften sind verantwortlich oder die Handwerkskammern oder die EU oder das Land sind verantwortlich. Das ist aber alles falsch. Diese Gruppen haben ganz bestimmt eine Mitverantwortung für die Arbeitslosigkeit in der Stadt, jedoch bleibt die Hauptverantwortung beim Bürgermeister und beim Stadtrat. Um die Arbeitslosenzahlen in der Stadt zu reduzieren gibt es verschiedene Ansatzpunkte. Heute möchte ich Ihnen einmal einige schwere Fehler nennen, die von den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemacht werden.

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Erster Fehler

Erster Fehler: Die Arbeitsagenturen und Jobcenter tricksen bei den Arbeitslosenzahlen. Da die Arbeitsagenturen und Jobcenter Handlanger der Politik sind, versuchen sie damit auch der Politik einen Gefallen zu tun. Die Arbeitslosenzahlen werden immer etwas schöner dargestellt, als sie tatsächlich sind. Eine solche Vorgehensweise verhindert aber eine Problemlösung, weil bei allen Beteiligten der Eindruck entsteht, dass das Problem gar nicht so schlimm ist. Deshalb ist meine Forderung, dass die Arbeitslosenzahlen in jeder Gemeinde, Stadt und Region immer in der schlechtesten Variante und in absoluten Zahlen dargestellt werden müssen. 10% Arbeitslosigkeit hört sich sehr wenig an, dahinter verbergen sich aber sehr oft Tausende von Arbeitslosen. Nur mit einer schonungslosen Offenlegung der Arbeitslosenzahlen entsteht genügend Druck auf die Politik.

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Zweiter Fehler

Zweiter Fehler: Die Arbeitsagenturen und Jobcenter ignorieren die Tatsache, dass es gar keine offenen Stellen gibt. Die Anzahl der offenen Stellen beträgt nur einen Bruchteil gemessen an den Arbeitslosenzahlen. Dies scheint aber vielen Mitarbeitern der Arbeitsagenturen und Jobcenter gar nicht klar zu sein. Deshalb ist meine Forderung an die Arbeitsagenturen und Jobcenter, dass jeder Mitarbeiter täglich über zwei Zahlen informiert wird. Zum einen über die mieseste Arbeitslosenzahl, die es heute in der Gemeinde oder Stadt gibt und zum anderen über die Anzahl der offenen Stellen, die heute in der Stadt verfügbar sind.

Dritter Fehler

Dritter Fehler: Obwohl sich Arbeitslose sofort, wenn sie von der Kündigung erfahren, bei den Arbeitsagenturen bzw. Jobcentern melden müssen, wird diese Zeit in Wirklichkeit nicht zur Vermittlung genutzt. Die Arbeitsagenturen bzw. der Staat erfahren frühzeitig, dass Menschen gekündigt werden, aber sie schaffen es nicht, die Arbeitslosen noch in dieser Übergangszeit wieder zu vermitteln.

Vierter Fehler

Vierter Fehler: Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter schätzen die Ausbildung, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Arbeitslosen zu wenig. Ich habe es schon sehr häufig erlebt, dass sich Arbeitnehmer sehr flexibel an Marktsituationen anpassen und Jobs annehmen, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. Verlieren diese Arbeitnehmer jedoch erneut ihren Job, dann fragen die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter schon gar nicht mehr nach der ursprünglichen Ausbildung. D.h. die Arbeitsagenturen und Jobcenter und die Arbeitgeber sind viel weniger flexibel als die Arbeitnehmer.

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Fünfter Fehler

Fünfter Fehler: Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter sind Verwaltungsmitarbeiter, sie haben aber keine Ausbildung im Verkauf. Vermittlung von Arbeitnehmern ist aber auch immer „Verkauf von Arbeitnehmern“. Ich meine dies jetzt in dem Sinne, dass ein Vermittler die Vorteile, Stärken und Fähigkeiten des Arbeitnehmers kennt und diese auch selbstbewusst Arbeitgebern gegenüber behauptet. Da ich selbst lange Jahre im Außendienst beschäftigt war, weiß ich, dass das Mindset des Mitarbeiters stimmen muss, man kann sonst sein „Produkt“ nicht verkaufen bzw. vermitteln. Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen und Jobcenter haben aber sehr oft negative Vorstellungen und negative Glaubenssätze. Die Führungskräfte und Mitarbeiter denken, dass bei ihnen ohnehin nur „menschlicher Schrott“ rumläuft, sie denken, dass es schwer ist, diese Leute zu vermitteln, sie glauben den Arbeitgebern, dass Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten verlieren, wenn sie zwei Jahre aus dem Job sind usw. usw. All diese negativen Glaubenssätze führen aber nur zu einem falschen Mindset und verhindern jede Vermittlung. So dass man den Arbeitgebern sogar noch Geld zahlt, wenn man einen dieser Problemfälle los wird.

Sechster Fehler

Sechster Fehler: Die Arbeitnehmer werden sehr oft in sinnlose Bildungsmassnahmen gesteckt (Stichworte: Hartz IV Industrie und Bildungsindustrie). Weiterbildung kann sinnvoll sein, wenn ein Arbeitnehmer auf hohem Niveau und zielgerichtet weitergebildet wird. Jedoch ist es sehr oft so, dass die Arbeitslosen zwar weitergebildet werden, aber anschließend auch keinen Job haben. An dieser Stelle wäre es doch viel besser, wenn der Arbeitslose schon vorher mit einem Unternehmen einen Vertrag bekommt und dann die Weiterbildung sofort nutzen kann. Ich persönlich bin aber der Meinung, dass wir von den Unternehmen auch viel mehr in Sachen Weiterbildung fordern können. Learning by doing ist eine sehr schnelle und effektive Ausbildungsmethode und ist mit den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten verbunden.

Siebter Fehler

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Siebter Fehler:

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter leisten zu wenig Vermittlungsarbeit. Zeitarbeitsfirmen sind in diesem Bereich viel besser. Zeitarbeitsfirmen erzielen Erfolge, weil sie sehr nah an ihren Kunden dran sind. Zeitarbeitsfirmen besuchen die Kunden und bleiben am Ball. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter haben die Vermittlungsarbeit längst aufgegeben und überlassen das Feld anderen. Sehr oft werden auch eher die Unternehmen als Kunden betrachtet. Einem Unternehmen wird ein gut qualifizierter Mitarbeiter zu einem günstigen Preis vermittelt. Die Interessen eines Arbeitslosen werden zu wenig betrachtet. Der Arbeitnehmer möchte einen gut bezahlten Job, der seinen Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht. Wenn die Arbeitsagenturen und Jobcenter solche Vermittlungsergebnisse hinbekommen würden, dann wären sie gut aufgestellt.

Täglich grüßt das Murmeltier…

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Liebe Grüße,

Friedhelm Kölsch

2 Responses zu 7 schwere Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter

  1. Sehr geehrter herr Kölsch,

    wieso schreiben sie nicht über den Kardinalfehler der Gesetzgebung, bzw. dass das SGB II im besonderen schlicht verfassungswidrig ist? Das geht von der Einschränkung der freien Wahl des Wohnortes, über die Anwesenheitspflicht am Wohnungsort, die Einschränkung der freien Wahl des Arbeitsplatzes, bis zur Sanktionspolitik und damit dem nochmaligen Unterschreiten des Existenzminimums. Ich habe mal gelernt, das verbriefte Bürtgerrechte aus dem Grundgesetz nur jemandem entzogen werden können, wenn dieser sich strafbar gemacht hat und er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Dies wäre der Fall, wenn man einige seiner Bürgerrechte verliert. Wenn nun einige Erwerbslosengruppen von der Kriminalisierung der Erwerbslosen sprechen, meinen sie genau den Umstand, das nicht nur im Ruhrgebiet, sondern in ganz Deutschland eine würdelose soziale Absicherung existiert, die kaum noch einen Unterschied zwischen denen macht, die arbeiten könnten und denen, die nicht mehr arbeiten können und sich keine ausreichende Rente wegen voller Erwerbsminderung erarbeiten konnten. Da nützen ihre 7 Fehler der Arbeitsagenturen und Jobcenter auch nichts mehr. Vielmehr bedürfte es jener Fachleute aus den 70er und 80er Jahren in den Arbeitsangenturen und Jobcentern, die zwar aus der Verwaltung kamen und die Gesetzgebung kannten, aber auch eben einen Draht in die Privatwirtschaft hatten und oftmals richtig vermittelt haben, so das die Menschen auch entsprechend ihrer Ausbildung Arbeit finden konnten. Heute geht es schon damit los, das die A 40 3 spurig ausgebaut wird, weil viele Duisburger und Essener nach Dortmund fahren zum Arbeiten und umgekehrt. Als wenn es vor Ort nicht die gleichen Fachleute gäbe. Oder alleine der Umstand, das insbesondere größere Arbeitgeber nur noch branchenfremde Leute einstellen, weil die einfach als ungelernte günstigere Arbeitnehmer sind, weil denen braucht man ja die teure Ausbildung nicht vergüten, die zumeist mindestens 3 Jahre des Lebens gekostet hatte. Das auch dies auf die Qualität geht, teils bis hin zur Auslagerung in noch billigere Lohnländer und hier über die letzten Jahre keine gleichwärtigen Arbeitsplätze entstanden sind, zeugt von den Auswirkungen einer SPD-Agenda, in dem sich insbesondere deren Führungspersönlichkeiten von Bertelsmann und der Mohnphilosophie briefen liessen. Weil deren Vorstellungen sich in der Politik herrlich widerspiegeln. Die Krux liegt auch darin, das ihre 7 Punkte verpuffen, weil der Erwerbslosenlobby schlicht das Geld fehlt, um noch wirklich gegen diese versagende Sozialpolitik anzukommen. Erzeugt wurden gewollt verängstigte Menschen und 5 millionen Erwerbslose, deren Zahl sich nie wirklich veränderte, sondern nur gut übertüncht wurde, was sie ja auch feststellen. Es ändert aber nicht im geringsten die Bundespolitik und dahingehend müsste vom ruhrgebiet mal wieder ein Signal ausgehen.

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